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Unsere Geschichte

Kerweborsch "Zur Krone" 1975

Nachdem es immer wieder in "Wallersteere" Diskussionen über das 30-jährige Jubiläum der "Kronekerweborsch" gab, möchten wir mit dem heutigen Artikel die Gelegenheit nutzen, etwas in die Historie zu gehen und den Grund für unser Jubiläum darzustellen.

Zum Ende der 60iger Jahre war es vorbei mit der Tradition: In Wallerstädten gab es keine Kerweborsch mehr, das "Wem ess die Kerb? - Unser!" verstummt. Es fanden zwar in den drei Wallerstädter Lokalen - "Zur Krone", "Zum Löwen" und "Zum Römer" Tanzveranstaltungen aus Anlass der Kerb statt, aber alles lief ohne Kerweborsch. So war es auch 1974 bei Kerwetanz im "Römer". Einige junge Burschen und Mädels aus Wallerstädten, die in der früheren Sektbar im "Römer-Saal" zusammensaßen, fanden das nicht lustig. So entstand die Idee, die Kerweborsch wieder aufleben zu lassen.

Fluchs wurden an diesem Abend Dieter Landau zum Kerwevadder und Rosel Scherer zur Kerwemudder gekürt. Unter ihrer Führung zog die Schar junger Leute an diesem Abend im Jahr 1974 durch die Wallerstädter Lokale, marschierten dort ein, sangen Kerwelieder, tranken Freiwein und sorgten für Stimmung und Unterhaltung. Die letzte Station war das Restaurant im damaligen "Safariland". Zurück im "Römer" versicherten sich alle Burschem, im nächsten Jahr als offizielle Kerweborsch da zu sein.

Nach einigen Gespächen waren Liesel und Peter, das Wirtsehpaar der "Krone", bereit, es mit uns zu probieren. Im Mai 1975 ging es los. 23 Kerweborsch trafen sich regelmäßig unter der Führung von Kerwevadder Dieter Landau, um die Kerb zu organisieren. Fahnenträger war Wolfgang Gerhardt, Beivadder Rainer Sturm.

Der Start in die Kerwewoche war schwierig, da keiner der alten Kerweborsch mehr wusste, wo die Kerb begraben war. Doch nach einiger Improvisation konnte Dieter Landau am Kerwefreitag zunächst den alten, dann den neuen Kerwespruch erstmals vor den Kerweborsch vortragen. Anschließend wurde Wallerstädten mit lautem Gesang davon in Kenntnis gesetzt, dass die Kerb ausgegraben war - die Kerweborsch vom Gasthaus "Zur Krone" und de Kronewerts Peter laden ein zur Wallersteerer Kerb 1975!

Samstags wurde zunächst der Kerwebaum mit Kürbis an der "Krone" aufgestellt, anschließend die Rollen für den Umzug geschmückt. Da in der "Krone" samstags kein Kerwetanz war, zogen die Kerweborsch erst in den "Römer", anschließend in den "Löwen" und unterhielten die Kerwegäste mit ihren Liedern. Danach verteilten sich die 23 Kerweborsch auf die beiden Lokale und feierten ihre Kerb.

Sonntags waren beim Umzug viele Wallerstädter auf der Straße, um an denb traditionellen Orten dem Kerwespruch von Dieter Landau zu lauschen. Sie hatten an den vorgetragenen Missgeschicken ihrer Mitbürger ebensoviel Spaß wie an den bunt geschmückten Motivwagen. Abends war dann Kerwetanz in der "Krone". Die Kerwemädchen (ja, die gab es damals auch schon) verkauften alle Kerwesprüche, so dass im Laufe der Woche aufgrund von Vorbestellungen noch welche nachgedruckt werden mussten...

Vor dem Frühschoppen montags fuhren die Kerweborsch mit Traktor und Rolle zur metzgerei Wendling, wo der Inhaber Siegfried Wendling den Kerweborsch ein Frühstück in Form warmer Fleischwurst spendierte. Mancher Kerweborsch hatte aufgrund durchzechter Nacht seine Probleme dieser Morgengabe. Anschlißend ging es in die "Krone", bevor allen anderen Gaststätten in Wallerstädten ein Besuch abgestattet wurde. So mancher ging erst am nächsten Morgen nach Hause - auch der Verfasser dieses Artikels.

Dienstags war Sport angesagt. Die Kerweborsch trafen sich zu einem Fußballspiel auf dem Sportplatz, wobei es dabei natürlich nicht so tierisch ernst zugegangen ist. Anschließend traf man sich zum Eieressen. Die Kronewerts-Liesel, unsere gute Seele, bereitete Eier so vorzüglich zu, dass es keine Reste gab, auch wenn sich mancher übernommen hatte.

Donnerstags gab es die große Kuchenschlacht "Quetschekuche-Esse" war angesagt. Auch hier zeigten die Kerweborsch, dass sich nicht nur Meister im Trinken, sondern auch im Essen waren.

Am Nachkerwesamstag war der Saal der ?Krone? noch einmal propenvoll. Stimmung und Spaß, Tanzmusik und Gesänge der Kerwborsch bis Mitternacht, dann war es soweit: Mit Heulen und Zähneklappern wurde die Kerb zu Grabe getragen, doch sie war in diesem Jahr 1975 wieder neu geboren worden...

1976, bei der 2. Kerb der Neuzeit, hatte der damalige Kerwevatter eine geniale Idee. Zur Unterhaltung der Kerwegäste sollte man nicht nur singen, sondern - auch um die Stimme zu schonen - zur Unterhaltung einen Auftritt einstudieren - die Idee der Mitternachtsüberraschung war geboren. Mit dem "Tanz der Holzhackerbuam" sorgten dieKronekerweborsch nicht nur dafür, das die Stimmung in der krone überkochte, sonder dass die Geburtsstunde und Idee der Mitternachtsüberrschungen - heute bei allen Kerweveranstaltungen im Kreis Groß-Gerauein Highlight - in und aus Wallersteere war.

Bis 1978 waren die Kerweborsch im Gasthaus "Zur Krone". Durch die schwere Krankheit und den plötzlichen Tod der Kronewirtin waren dieKerweborsch gezwungen, ein neues Domizil zu finden. Mit einiger Überzeugungsarbeit gelang es, Gertud und Eugen Bender vom "Römer" zu überzeugen, die Kerweborsch aufzunehmen. Als 1990 das Gasthaus "Zum Römer" seine Pfort schloss, zogen die Kerweborsch in die Turnhalle und feieren seit Zeit mit Rolf Lochmann und seiner Crew, die die Bewirtung übernommen hatten, dort ihre Kerb.

Mit diesem Bericht soll noch einmal deutlich gemacht werden, dass die Kerweborsch von der Krone 1975 im Jahr 2005 nicht etwa feiern, dass es seit 1975 in Wallersteere Kerweveranstaltungen gibt. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Geschichte der Wallersteerer Kerb viel weiter zurückreicht. Nach dem 2. weltkrieg gab es bereits im Jahr 1947 wieder Kerweborsch, ebenso wie in denweiteren 40er, 50er und 60er Jahren. Wir möchten lediglich unserJubiläum feiern, das heißt, dass wir uns vor 30 Jahren getroffen und dieTradition der Wallersteerer Kerweborsch wieder zum Leben erweckthaben. Alle Kerweborsch der früheren Jahre vor 1975 haben natürlich genauso die Möglichkeit, sich zu treffen und zu feiern, genau wie wir es in den Jahren 1985, 1990, 1995 und 2000 getan haben und im Jahr 2005 wieder tun werden.

Wir, die inzwischen ergrauten Kerweborsch von 1975, dieAltkerwevätter der letzten 30 Jahre und die Alt-Kerweborsch vom "Römer" und "de Tornhall" unterstützen in diesem Jahr die Kerweborsch unter dem Motto "30 Jahre Kerb an einem Stück" und nehmen u.a. am Umzug teil (am Kerwesonntag um ca. 17.00 Uhr Einmarsch aller Umzugsteilnehmer/innen in der Turnhalle). Wir möchten deshalb an dieser Stelle ein Appell an alle Wallerstädter, Nicht-Wallerstädter, Alt-Kerwevätter bzw. Alt-Kerwemütter bzw. Alt-Kerweborsch bzw. Alt-Kerwemädcher seit 1947, Kerweinteressierte aller Generationen, Kerweborsch und Kerwemädcher der Zunkunft etc., etc. richten:

Kommen Sie zur Wallersteerer Kerb 2005 (von Freitag, dem 7. bis Samstag, dem 15. Oktober) und unterstützen Sie die Waolersteerer Kerweborsch bei ihren Verantsaltungen durch ihren Besuch. Lassen Sie sich Bieranstich, öffentliche Kerwborschsitzung, Kerwetanz, Umzug, Frühschoppen, Eieressen etc. nicht entgehen. Glauben Sie uns: Wer nicht auf die Kerb geht, wird vieles verpassen - und wer will das schon im Leben...

Bericht vom Freitag, dem 23. September 2005 Ausgabe 38/2005 Wallersteere Blättche

 

Quelle: http://www.kerwemaedcher.de.vu

Autor: Tim Krafczyk | zuletzt geändert am: 26.07.2007 18:21:42 Uhr